»Seeing these strutting conquerors after they were sentenced – powerless, pathetic and preparing for the hangman – was the closure I needed. Justice had overtaken evil. My war was over.«
Robert ›Rosie‹ Rosenthal zu seinen Eindrücke von den Nürnberger Prozessen.
»Die großartige ›Gleichheit vor dem Gesetz‹ verbietet den
Reichen wie den Armen, unter Brücken zu schlafen, auf den Straßen zu betteln oder Brot zu stehlen.«
Anatole France - Die rote Lilie
»Da sind wir wieder bei meiner Angst vor der Polizei. Ich habe es immer so empfunden, als wäre ich ihre Beute. Ich identifiziere mich sofort mit einem Menschen, der festgenommen wird und den man im Auto zur Polizei bringt, der durch das Gitter die Leute ins Theater gehen oder aus einem Café kommen sieht, wie sie vergnüglich ihr alltägliches Leben leben. Und wie vorn im Auto der Fahrer und sein Kollege einen Witz machen. Ich finde das schrecklich.«
(Die Originalaufnahmen sind übrigens online verfügbar.)
»Herr Hüsgen war Vegetarier und verzehrte das Grünzeug mit Appetit, die zerschnittenen Kohlblätter, zerriebenen Möhren, was die Kinder mit Verlegenheit und Unwohlsein beobachteten, denn für sie unterschied sich der Mensch vom Tier vor allem dadurch, daß er gekochte Nahrung zu sich nimmt. Herr Hüsgen aber dozierte mit vollem Mund über den Eisengehalt im Blut und im Spinat und über die Notwendigkeit, zur Stärke der Vorväter zurückzukehren, um die Feinde des Vaterlands zu schlagen, und die Jungen begriffen, man wird ganz aus Eisen, wenn man das ißt, und ein eiserner Mensch ist unverletzlich und sieht braun aus wie die Wilden in den verbotenen Büchern aus Stannebeins Bibliothek, die auch Teresa kannte und die ›Das Geschlechtsleben der Wilden in Nordwest-Melanesien‹ hießen. Denn immer folgt die Wissenschaft den Pfaden der Kolonisatoren.«
Fritz Rudolf Fries - Das Luftschiff
»Wer stundenlang gewalttätige Rap-Videos sieht, sich Killerspielen aussetzt, um dann bekokst mit seiner Gruppe loszuziehen, wird jedenfalls schwerlich einen friedlichen Abend verbringen.«
Kirsten Heisig - Das Ende der Geduld. Dann gibts eben heute mal Tatort und Cola.
»Der Kranke bekam keinen Atem, brach in verzweifelte Gurgelrufe aus und krümmte sich hoch, der Schmerzen nicht achtend. Äußerlich gesehn war’s ein Erstickungsanfall, doch innerlich etwas weit Grauenhafteres. Das Gefühl eines ungeheuren Nicht-Aushaltens, aber nicht etwa im zeitlich vorübergehenden Sinn, sondern ein Nicht-Aushalten, das sich in alle Ewigkeit verewigt. Wenn es eine Hölle gab, mußte dies ihre große Strafe sein. Und dies verewigte Nicht-Aushalten hatte einen ganz bestimmten Inhalt. Wissendes Nichtwissen oder nichtwissendes Wissen wäre eine matte Bezeichnung gewesen für dieses Meer von Halbheit, von angefangenen Erkenntnissen, schnell geschmolzenen Gedanken, unbegriffenen Lehren, festgefressenen Irrtümern. Nicht-fertig-Werden mit dem Kleinsten! Grausige Ohnmacht des Geistes, der an jedem Grashalm zerschellt!«
Die vierzig Tage des Musa Dagh - Franz Werfel